Menschen, die ihren Beruf lieben: Mein Optiker

Ich bin dafür bekannt meinen ausgeübten Beruf als Passion zu verstehen (ansonsten höre ich damit auf!) und musste im Laufe der Jahre lernen, das das nicht so für jeden ist. Nun, man ist jung und hat nur Rosinen im Kopf und denkt: Ey, was ich empfinde müssen die anderen doch auch so sehen. Das das nicht so ist lernt man dann später und nennt man dann Erfahrung 🙂

Nun, es freut mich daher immer, wenn ich im Alltag Menschen kennenlerne, wo ich mir ziemlich sicher bin das diejenigen ihre berufliche Tätigkeit auch als Passion verstehen und einen möchte ich an dieser Stelle mal hervorheben: Meinen Optiker Herrn Höcker von der Höcker Optik GmbH.

Ich kenne Herrn Höcker seit vielen Jahren, da ich alle 4-5 Jahre eine neue Brille brauche. Mein Augenleiden ist nichts alltägliches, also nicht bei XY Optiker rein und die -1 oder +1 Dioptriestärken-Brille rausgeholt.

Wird nun etwas „fachlich“ (Laie wirft mit gefährlichem Halbwissen um sich), muss aber sein, sonst wird das m.E. nicht deutlich: Ich bin weitsichtig, habe zwischen dem linken und rechten Auge eine Differenz von 3,50 Dioptrien (d.h. die Gläser werden aneinander angepasst („dickenreduziert“)), meine Zylinder und Achse sind bei beiden Augen anders. D.h. Hornhautverkrümmung der größeren Art, Fehlstellung des linken Auges seit meiner Geburt (früher Schielstellung nach innen, heute nach außen, im Grundschulalter mal operiert worden)…. Da ich am Rechner arbeite den lieben langen Tag, Dokumente in schriftlicher Form vor mir aber auch erkennen möchte, habe ich seit 15 Jahren oder so Gleitsichtgläser. Die „Features“ die andere BrillenträgerInnen so haben wollen, kommen bei mir nicht in die Tüte, da ich sonst mit den Reflexionen irre werden würde – die „Dickenreduktion“ schlägt da wohl zu. Ich habe seit zwei Jahrzehnten Rodenstock-Gläser und würde mir auch nicht noch einmal anmaßen etwas anderes auf meine Augen loszulassen. Alle Versuche dahingehend waren alle nicht witzig.

Herr Höcker hat seine Kollegin beerbt, die mich einst bei Böcker+Schursch betreut hat. Sie hat die Grundlage für die Art der Brille geschaffen, die ich heute auf der Nase habe und Herr Höcker war dort Azubi 🙂 Nun ist er selbst Inhaber und schon die letzte Brille war schon eine Meisterleistung, aber mit der jetzigen hat er dem Ganzen nochmal ein Sahnehäuptchen mitgegeben. Er hat das was er gelernt hat nochmal verbessert und einige Dinge digitalisiert, die noch besser die Brille an meine Augen „maßschneidern“ – Rodenstocks DNEye-Technologie und 3D-Brillenmessung ist echt ’ne Wucht, wenn man damit umgehen kann. Mein rechtes, gesünderes, Auge hat nun ein geschliffenes Kunstoffglas, das an die „Hubbel“ meiner Hornhaut und an die Größe meines Augapfels angepasst ist und BEVOR die Gläser geschliffen wurden, ist die Brillenstellung auf meiner Nase gleich mit eingerechnet worden…. Technologisch ist das ja mal schon klasse, aber Herr Höcker hat bei meiner telefonischen Terminvereinbarung schon mal vorab ein Brillengestell zurückgelegt, da er annahm, das könnte passen – und das war dann auch so! Er hat sich knapp 2h Zeit genommen um alles einzujustieren und die Werte meines  sehr guten Augenarztes (Dr. med. Bertram Machnik) wieder einmal zu bestätigen. Mit jedem Schritt hat man gemerkt: Sein ausgeübter Beruf ist seine Passion. Endlich sitzt mal mir jemand gegenüber, der mit sich auch zufrieden ist.

34c3: Zwei-Faktor-Authentifizierung muss sein!

Immer wieder schön zu sehen: Vincent Haupert demonstriert wie unsicher die mobilen Banking-Apps von heute sind – jedes Jahr auf dem CCC aufs Neue. Ich bete also, wie jedes Jahr die selbe Leier:

Liebe Banker, vor allem liebe Marketing-Leuts bei den Bankers,

ihr könnt Euch noch so aberwitzigen Blödsinn einfallen lassen, aber zwei Faktoren sind besser als einer um sich Euch gegenüber zu authentifizieren. chipTAN nach wie vor ganz weit vorne… OneAppForAll ist einfach nicht sicher zu machen.

Danke Vincent für Deine immer erfrischenden Vorträge!

Weitere Infos zum Angriff: https://www1.cs.fau.de/nomorp

Halbwertszeit IoT – wenn man DVB-T vor Augen hat

Letztens vor dem TV im Schlafzimmer (der hängt nicht an der SAT-Schüssel und nicht im LAN) konnte ich mich der drohenden Abschaltung nicht entziehen (Riesenbanner) und dann kam da die Werbung für die ganzen Haus-Automationssysteme und so, garniert mit den Nachrichten das stümperhafte Kameras mal als Botnetz genutzt wurden….

<Power off>

Als wir vor einer Dekade unser Häuschen bauten, war DVB-T, das neue terristrische Fernsehen, voll angesagt. Nun, als ich geboren wurde gab es das analoge Farbfensehen in der BRD ungefähr ein Jahr und es lief eben auch noch eine Weile weiter (2009) als wir schon im warmen Häuschen saßen… sagen wir mal 40 Jahre. DVB-T wird nun demnächst abgeschaltet und hat damit gerade mal, sagen wir 15 Jahre voll gemacht – so genau nehmen wir das bei den Größenordnungen mal nicht.

DVB-T wird die 20 nicht erreichen!

Nun redet die IT-Wirtschaft von IoT (Outernet oder Internet of Things oder Industrie 4.0 – Buzzwords gibt es genügend), dem „next big thing“ (Steve, Du hättest wahrscheinlich die ersten Geräte, wie das erste iPhone, an die Wand geschmissen 🙂 – ähm… welche Halbwertszeit veranschlagen wir denn mal für ein „next big thing“ deren Industrie es nicht einmal geschafft hat einen einheitlichen, sicheren (verschlüsselten unter Wahrung von Privatsphäre) und leicht zu implementierenden Standard zu etablieren? Jeder kocht sein eigenes Süppchen und jeder eben so schön unsicher, das man heute Türen schneller aufbekommen als man auch nur 1-2-3 sagen kann….

In der IMBUS Trend Study „The future of testing“ werden drei Szenarien aufgezeigt und wie es auf mein Berufsbild Wirkung haben wird. Nun, das schlechteste Szenario beschreibt in Szenario B wie die „Revolution“ des „Outernets“ ausbleibt und es zu Stagnationen bei den Investitionen kommen wird. Als Tester geht man eh immer vom pessimistischsten Szenario aus, aber das die IT so ziemlich alle Fehler macht, die andere vor ihr schon vorher gemacht haben, hätte selbst ich nicht gedacht. Da labern dann manche von „$1.3 trillion in 2019, according to IDC“ (Link) – genau die, die auch den Crash der Wirtschaft noch nie vorhersagen konnten und 1-Personen-Webbuden AAA+++ Rating ausgestellt hatten….waren die das?

Implizite Qualität

Die Menschen setzen implizit auf Qualität und verbinden, ebenfalls implizit, damit Sicherheit, Stabilität, Investitionsschutz („die sind schon lange am Markt“), Verlässlichkeit und viele andere Dinge damit. Beim Hausbau weiß das meistens noch jeder, der mal eine Auswahl treffen musste mit wem er denn bauen wird, aber bei der IT nehmen wir mangelnde Qualität und eben auch Investitionsschutz mal nicht so ernst? Wer’s glaubt! Warum benutzen heute viele Windows-Systeme? Weil es so gut ist…jaja, ich lache auch gerne…. nein: Weil es weit verbreitet ist und man davon ausgehen kann, dass eine Investition lange hält! Apple hatte zu meiner Sturm- und Drangzeit massive Probleme und war schon ziemlich den Bach runter als Steve Jobs das Ding wieder zum Leben erweckte. Apple (einst auch Sun Microsystems), trotz aller vergangenen Innovationsstärke, lässt seine Systeme sehr lange im Support und selbst unser betagtes weißes MacBook von 2008 bekommt noch Sicherheitsupdates! Da kauft man doch gerne mehr von, wenn die Systeme lange gepflegt werden…

Vertrauen bilden durch offene, sichere Standards

IoT wird sich voll auf die Klappe legen, da die impliziten vertrauenbildenden Bestandteile sträflich mit Füßen getreten werden. Entweder da nimmt mal jemand das Heft in die Hand und boxt einen Standard durch (nannte man mal Industrie-Konsortium und bitte nicht wieder ein neuer elitärer Bezahlklub der zudem auch intransparent werkelt, sondern vielleicht mal was offenes, länderübergreifendes, das sich die Technologie und Techniken als Ziel auf die Fahnen schreibt….). Zudem sollte man mal darüber nachdenken die Halbwertszeit wieder nach oben zu schrauben, damit man als privater Investor (ich investiere ja in meine private Infrastruktur) auch bereit ist da mitzugehen. 10 Jahre sind nicht genug! 30 Jahre wären mal anzustreben – immerhin muss man den Kram auch bei Häusern, die man heute baut, einplanen und auch warten, erweitern können….

Excel ist eben nicht Dein Freund

Nicht nur Genforscher kämpfen mit den Problemen von Excel, sondern eigentlich alle, die ich kenne. Warum dieses Tool so genial sein soll, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Zugegeben, ich kam von Lotus 1-2-3 und daher war Excel schon immer „der Feind“ zu Zeiten der IT-Grabenkämpfe (OS/2 vs. Windows etc.), aber diese Beharrlichkeit, mit der Excel Daten verfälscht (man lese mal .csv-Dateien ein) ist schon echt atemberaubend und disqualifiziert das Tool für jeden Tester, der seine Daten im Griff behalten will – trage es eben in eine Datenbank ein, die Du unter Kontrolle hast.

Die Verfasser des Artikels heben jedoch hervor, dass Excel diese Änderungen ohne Zutun des Nutzers vornehme und er diese Funktion zudem nicht dauerhaft entfernen könne. Erschwerend komme hinzu, dass Microsoft bereits vor über zehn Jahren erstmals auf das Problem hingewiesen wurde und seitdem nichts an dem Verhalten geändert habe.

Quelle: Verfälschte Tabellen: Excel bereitet Genforschern Probleme | heise.de

Hoax, was ist das?

Ein Hoax ist eine (zumeist absichtliche) Falschmeldung. Oft werden diese Meldungen von Menschen weiterverbreitet, die an die Richtigkeit der Meldung glauben. So entstehen Gerüchte, die immer weiter kursieren – manchmal jahrelang. Ein Hoax kann über verschiedene Kanäle verbreitet werden, zum Beispiel über Kettenbriefe, die über E-Mail oder Messenger verbreitet werden, als Tweets, auf Webseiten.

Von der Wahrheit sind diese „Meldungen“ meist sehr weit entfernt. Auf der Website hoax-info.de informiert Frank Ziemann von der TU Berlin seit vielen Jahren über Falschmeldungen in den Netzen.

Quelle: Hoax: Wie erkenne ich Falschmeldungen? | digitalcourage

Etwas was sich einige sehr zu Herzen nehmen sollten, denn die ständige Flut mit immer denselben Falschmeldungen macht die Dinge nicht richtiger. Keiner muss „der/die Erste“ sein, sondern der/die Erste, die das Richtige schreibt wäre mir echt lieber!

85 Millionen Android-Geräte von HummingBad-Malware befallen

Den Sicherheitsforschern von Checkpoint zufolge hat sich der Android-Trojaner HummingBad weltweit mittlerweile auf 85 Millionen Geräten eingenistet. In Deutschland seien 40.000 Smartphones und Tablets betroffen; insgesamt habe es hierzulande über 13 Millionen Angriffsversuche gegeben, schreibt Checkpoint in einer aktuellen Veröffentlichung. Ob ein Gerät infiziert ist, könne man nicht ohne Weiteres erkennen.

Quelle: 85 Millionen Android-Geräte von HummingBad-Malware befallen | heise online

Spätestens jetzt, wenn nicht schon nach dieser Meldung,

Die Voll-Verschlüsselung von Android-Smartphones weist ein ernsthaftes Design-Problem auf, das die geschützten Daten sehr angreifbar macht, erklärt ein Sicherheits-Forscher. Er belegt dies mit konkretem Code, der Brute-Force-Angriffe demonstriert.

Quelle: Heftiger Schlag für Android-Verschlüsselung | heise online

dann würde ich spätestens jetzt mal über die Auswahl des mobilen OS nachdenken.

Migration of EPEX HUPX and SEEPEX Auction Limits to SMSS

On 1st July 2016 ECC will migrate the existing financial Trading Limits for EPEX, HUPX and SEEPEX auction markets to the ECC Self Service Limit Maintenance within the Member Area of SMSS. (…) additional optional fields are introduced that will allow Clearing Members and Settlement Members of ECC to define Trading Limits on a more granular level.

Quelle: 20160609 ECC Clearing Circular No 27 Migration of EPEX HUPX and SEEPEX Auction Limits to SMSS – 20160609-ecc-clearing-circular-no–27-migration-of-epex-hupx-and-seepex-auction-limits-to-smss-data.pdf

Tue Gutes und sprich darüber 🙂 Well done!

SMSS = Spot Market Settlement System
ECC = European Commodity Clearing